Chronik

Krippenverein Thaur

Martin Feichtner

 

 

Die Krippendarstellung wurde seit dem 18. Jahrhundert in Thaur nachweislich gepflogen[1]. Die heimischen Künstler schufen nicht nur herausragende Kunstwerke, die Krippe war auch eine Identifikation mit dem Glauben.  Geschaffen wurde damit eine Krippenbewegung in Tirol, die weltweit ihresgleichen sucht. Der Einzug der Krippen in die bäuerlichen Stuben und Bürgerhäuser hat dies wahrscheinlich stark geprägt. Schon um 1740 herum fanden Zusammenkünfte von Krippenfreunden in Tirol statt. Ein Stammtisch der „Krippeler“ beim Buschenwirt in Innsbruck in der Stallgasse (heute Stiftgasse Nr. 6) ist überliefert. In der Gaststube wurde sogar eine kleine Krippe angebracht und ab 1750 hieß die Weinschenke „Gasthaus zur Krippe“[2]

Die Einbettung der Treffen in eine Vereinsstruktur ist nicht bekannt, bzw. auch nicht nachweisbar. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert finden wir Dokumente und Niederschriften von Vereinsgründungen. Der älteste Krippenverein der Welt wurde in Wenns im Pitztal im Jahre 1860 gegründet[3].

Mit den Wanderversammlungen des Landesverbandes der Tiroler Krippenfreunde (gegründet 17. Mai 1909 in Innsbruck) begannen sich die „Krippeler“ vereinsmäßig zu organisieren. Auf Ansinnen der beiden Thaurer Landesausschussmitglieder Johann Höpperger, K.K. Postmeister und Franz Pernlochner III, Schandl, wurden im Jahr 1911 zwei Wanderversammlungen in Thaur abgehalten. Von der ersten Versammlung am 8. Jänner im Gasthof Stangl sind keine Einzelheiten bekannt. Bei der zweiten Zusammenkunft am 10.12.1911 ist belegt, dass ein „guter Besuch“ zu verzeichnen war. Eine rege Diskussion und Belehrung, sowie Aufklärung über das schwindende Interesse an der Weihnachtskrippe wurden inhaltlich thematisiert. Somit gilt dieser Tag als Geburtsstunde des Krippenverein Thaur.

 

Die Geburtsstunde des Krippenverein Thaur

 

Der erste Obmann des Krippenvereines Thaur, damals noch liebevoll „Krippenpfleger“ genannt, war Franz Pernlochner III (Schandl). Das Interesse für den Verein dürfte aber nicht besonders groß gewesen sein, da nur 18 Mitglieder im Jahr 1918 genannt wurden. Im Jahr 1919 betrugen die Vereinsbeiträge bei 30 Mitglieder 27,80 Kronen. Als Vergleich kostete damals eine bemalte Krippenfigur (8cm) von Hans Seisl in Wörgl 50.000 Kronen, ein Schaf bemalt (3 cm) 6.000 Kronen[4]. Anmerkungen in „Der Krippenfreund“ (Zeitschrift des Tiroler Landesverbandes) aus den Jahren 1921, 1925, 1932 und 1936 weisen auf das Krippendorf Thaur hin[5]. Unser Krippenpfleger war auch im Landesverband bis 1921 als Ausschussmitglied tätig. Die Obmannschaft behielt er bis zur zwangsweisen Auflösung des Krippenvereines durch Nazideutschland im Jahr 1939. Der Mitgliederstand in dieser Zeit veränderte sich nur unwesentlich. Leider sind auch keine Aufzeichnungen über die Vereinsaktivitäten vorhanden. Interessant ist noch ein Bericht im „Tiroler Anzeiger“ vom 28. März 1930:

„Am Sonntag, den 30. März, halten die Tiroler Krippenfreunde eine Wallfahrt nach Thaur zum St. Romedikirchlein und der dortigen Fastenkrippe ab. In der Pfarrkirche ist um 1 Uhr Gottesdienst; um ½ 2 Uhr ist Kreuzgang nach St. Romedius mit Kreuzweg. Dort ist Krippenandacht mit Ansprache. Hierauf, um etwa 3 Uhr ist beim Stanglwirt in Thaur Versammlung der Krippenfreunde mit Lichtbildervortrag über das Leiden Christi, Referat und Krippenhoangert. Alle Freunde der Weihnachts- und Fastenkrippe sind eingeladen.“ Über den Verlauf und Zahl der Teilnehmer an der Wallfahrt ist leider nichts bekannt. Es ist dies aber ein Hinweis für die tiefe Religiosität der „Krippeler“.

 

Hoffnungsvoller Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg

 

Nach Ende des 2. Weltkrieges erfolgte der Aufruf in einer Tiroler Tageszeitung, die Krippenvereine wieder neu zu gründen. Franz Frech, gerade aus der russischen Gefangenschaft heimgekehrt, ging auf Anraten seines Vaters zum „Schandl Franz (Pernlochner III.). Dieser erklärte, nach Bericht des Artikels: Mei Büabl, i bin schun z´alt dazua. Übernimm du dös Gschäft.“ Er gab ihm ein Stück Papier, auf dem Franz die Mitglieder, aus Schandls Gedächtnis heraus, aufschrieb (siehe Liste).

Die angegebenen Personen und weitere Neumitglieder wurden nach Innsbruck gemeldet. Dies gilt als die zweite Geburtsstunde des Krippenvereines Thaur. Franz Frech wurde automatisch zum „Krippenpfleger“ bestellt.

 

In November 1946 waren in Thaur 24 Mitglieder registriert [6] und in den Folgejahren stieg die Mitgliederzahl leicht an. Am 28. Dezember 1947 fand um 14 Uhr eine Wanderversammlung des Tiroler Landeskrippenverbandes im Gasthof Stangl statt. Zur Verschönerung des Saales wurden mehrer Figuren der Schlosskirchenkrippe aufgestellt. Der Saal war mit ca. 140 Personen aus Nah und Fern überfüllt. Unter den Gästen befand sich auch Mons. Sebastian Rieger (Reimmichl). Der „Krippenfreund“ Nr. 118 berichtete über Sänger, Musikanten und Mitwirkende des schönen Weihnachtsspieles „Heilige Nacht in Tirol“ von Reimmichl. Von mehreren Krippenfreunden angeregt, sollte der örtliche Krippenverein die Betreuung der Pfarrkirchenkrippe übernehmen. Seit 1950, bis heute, ist diese schöne und wichtige Aufgabe in den Händen des Krippenvereines. Damit wird auch den Vereinsstatuten entsprochen, die da lauten: „Die Pflege und Erhaltung der Weihnachtskrippe“. In den folgenden Jahren waren keine wesentlichen Tätigkeiten zu verzeichnen. Im Jahr 1952 wurde beschlossen, dass jährlich am Sonntag nach Weihnachten eine Heilige Messe für lebende und verstorbene Vereinsmitglieder abgehalten wird. Musikalisch umrahmt vom Kirchenchor oder vielen anderen Musikgruppen ist dies bis heute Brauch. Dies war auch die Geburtsstunde des „Krippensonntags“.

 

Bei der Krippenfeier am 13. Dezember 1953 im Gasthof „Schützenwirt“ wurde erstmals ein Vereinsausschuss gewählt. Der Titel „Krippenpfleger“ wurde in „Obmann“ umgewandelt. Der neue Ausschuss lautete:

Franz Frech                      Obmann

Franz Pernlochner Dr.      Obmann Stv.

Franz Anton                      Kassier

Casimir Schumacher Ing. Schriftführer

Josef Frech                       Beirat

Alois Plank                        Beirat

 

In diese Zeit fällt die Werbung in diversen Zeitungen zum „Krippeleschaug´n“ in Thaur, und damit verbunden das Erstellen von Schildern mit dem Aufdruck „Weihnachtskrippe“ und. Es entstand der erste „Krippenführer“, der schon 65 Krippen auflistete. Der Verkaufspreis betrug 1,-- Schilling.

 

Am 3. Jänner 1954 wurde der „Verband der Krippenfreunde Österreichs“ gegründet.  Eine damit verbundene drastische Erhöhung des Mitgliedsbeitrages kam bei den Thaurern nicht gut an. Es waren sogar einige Austritte zu verzeichnen.

 

Von 1954 bis 1960 fanden Krippenfeiern und Generalversammlungen im den Thaurer Gasthöfen Purner, Schützenwirt und Stangl statt, die mit vielen kulturellen Beiträgen, Lichtbildervorträgen und Festreden umrahmt wurden.

 

1960 wurde der Ausschuss neu gewählt (Liste). Farbmacher Romed (Dengn Medi) brachte die „ausgezeichnete Anregung“ an, ein Denkmal für die Thaurer Krippenkünstler anzuschaffen. Der Antrag fand einhellige Zustimmung und der Ausschuss wurde mit dieser Aufgabe betraut.

 

„Den Thaurer Krippenkünstlern anno 1960“

 

Der Entwurf des Denkmals wurde von Romed Speckbacher jun. vorgelegt und als Standort wurde die hintere Kirchenwand in der Pfarrkirche Thaur gewählt. Die Einweihung fand am 18. Dezember 1960 um 8.30 Uhr in Form eines Ponitfikalamtes feierlich statt. HH. Prälat Dr. Ambros Giner, HH Konrad Lechner und Pfarrer Christian Falkner zelebrierten den Gottesdienst. Wichtige Funktionäre, sowie Bürgermeister Romed Giner und die Bevölkerung von Thaur wohnten der Festversammlung im Gasthof Stangl bei. In der Begrüßungsansprache führte Obmann Franz Frech aus, dass mit dem Denkmal auf die heimischen Krippenkünstler hingewiesen wird, die den Krippengedanken in die ganze Welt hinausgetragen haben. Die Kosten für das Kunstwerk beliefen sich auf 6.998,55 Schilling.

 

Zur 50 Jahr Feier des Krippenvereines am 30. Dezember 1962 zelebrierten  Prälat Dr. Ambros Giner, Chorherr Konrad Lechner und Chorherr Dr. Chrysostomus Giner“, alle Thaurer Abstammung, ein Pontifikalamt. Im Anschluss fand eine würdige Festversammlung im Gasthof Stangl statt.

 

In den weiteren Jahren sind nur wenige Vereinsaktivitäten verzeichnet. Auch die Zahl der Teilnehmer bei den Krippenfeiern reduzierte sich stark. Die Ursache wurde dem „Aufkommen des Fernsehens“ zugeschrieben. Der Ausschuss entschloss sich deshalb auf weitere Krippenveranstaltungen zu verzichten.

 

Das „Krippeleschaug´n in Thaur erlebte hingegen einen enormen Aufschwung. Die Werbemaßnahmen trugen gar zu süße Früchte für Busunternehmen aus Österreich und Bayern. Ing. Casimir Schumacher zählte in der Weihnachtszeit 1968/69 ca. 2.000 Besucher in den Thaurer Krippenstuben. Zitat aus der Chronik: „ Die Leute begannen an der ehemaligen Werbung zu nörgeln“.

 

Als Ersatz für die Krippenfeiern wurden Krippenausflüge vom Obmann organisiert. Leider auch nicht mit dem gewünschten Erfolg. Ein kleiner Bus musste mit „auswärtigen Gästen“ mitbefüllt werden. 24 Personen fuhren für 2 Tage im Sommer 1964 nach San Romedio. Weitere Ausflüge folgten (Liste).

 

Ab Weihnachten 1970 wurde der Brauch des Krippelesingens von den „Romedi Singer“ eingeführt. Im Hirtengewand zogen sie abends von Krippe zu Krippe, um die Leute in den Stuben mit ihren Liedern zu erfreuen.

Krippentourismus spaltet den Verein

 

Die anhaltendenen Beschwerden der Krippenbesitzer und die vehemente persönliche Ablehnung des „Krippentourismus“ in Thaur durch Obmann Franz Frech, bewogen diesen, die Führung des Krippenvereines abzugeben. Auch die wenigen „Krippenbegleiter“, die zur Verfügung standen, bestärkten ihn in seiner Entscheidung. In der Generalversammlung vom 2.1.1971, bei 11 Mitgliedern und 7 Nichtmitgliedern wurde ein neuer Ausschuss gewählt (Liste). In dieser Sitzung wurde auch ein neuer Krippenführer beschlossen und umgesetzt.

 

Ende November 1974 fand in Innsbruck der internationale Krippenkongress statt. In Thaur wurden 3 Krippen in Privathäuser und vier Exponate im Pfarrwidum zur Besichtigung aufgestellt. Der Vorschlag von Willi Teix, einen Krippenbaukurs abzuhalten wurde leider abgelehnt.

 

Erstmals wurden ab 1976 die Vereinsausflüge am Staatsfeiertag (26. Oktober) durchgeführt. Die Organisation und Reiseleitung lag in den bewährten Händen von Ing. Casimir Schumacher. Die Beliebtheit dieser Ausflüge führte auch zur Verdoppelung der Mitglieder.

 

Der desolate Zustand einzelner Weihnachtskrippen hatte zur Folge, dass diesen nicht mehr aufgestellt wurden. Obmann Stv. Franz Frech reagierte auf dieses Problem, und bot Hilfestellung bei der Renovierung an.

 

Seit 1977 übernahm der Partisanerbund Thaur die Bewachung der Pfarrkirchenkrippe an Sonn- und Feiertagen, um die ehrwürdigen Schwestern zu entlasten, die dies vorher jahrelang  durchgeführt haben. Eine weitere Neuerung war auch das organisierte Besichtigen der Krippen im eigenen Dorf mit den Vereinsmitgliedern.

 

Aufgrund der niedrigen Teilnehmerzahl bei den Generalversammlungen wurde versucht, dies in Form einer Krippenfeier wieder zu beleben. Bei einer dieser Feiern, am 5.1.1981 wurde auf folgende Einlagen im Protokoll hingewiesen: Lichtbildervortrag Hr. Eberlein, Weihnachtsspiel der Schulkinder der Volksschule Thaur, musikalische Umrahmung durch die „Bogner Kinder“, Haller Bläserquintett, Bläsergruppe der Musikkapelle Thaur und der Kirchenchor Thaur. Übrigens kostete damals im neuen Veranstaltungszentrum „Altes Gericht“ ein Saftl 10,--, eine Flasche Bier 12,-- und ¼ Wein 16,-- Schilling.

 

Am 24.4.1983 wurde eine feierliche Seelenmesse zum 150. Todestages von Johann Giner dem Älteren gefeiert. Gedenkausstellungen in Innsbruck und Kitzbühel abgehalten, sowie eine Sondermarke der Österreichischen Post dem Künstler gewidmet.

 

Bei der Jahreshauptversammlung am 7.1.1984 im Gasthof „Schützenwirt“ wurden die neu vorgeschriebenen Vereinsstatuten beschlossen. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 150,-- Schilling festgesetzt, wobei wie üblich nur 10% im Ortsverein bleiben. Dies wurde sehr energisch diskutiert. Bei der Neuwahl wurde wieder Franz Frech durch eine Stichwahl als Obmann eingesetzt (Liste). Eine vorgeschriebene, jährliche Generalversammlung wurde von Dr. Franz Plank eingefordert, sowie 2 Kassaprüfer installiert. Interessant auch der Hinweis, dass das Land Tirol in diesem Jahr dem Heiligen Vater in Rom den Christbaum für den Petersplatz geschenkt hat.

 

Zum Weltkrippenkongress Innsbruck konnte am 1. Dezember 1985  in 11 Krippenstuben eine italienische Abordnung begrüßt werden. Mit dabei war auch der Präsident des Weltkrippenverbandes UN-FOE-PRAE Angelo Steffanucci.

 

75 Jahre Krippenverein Thaur im Jahr 1986

Zur Jubiläumsfeier,75 Jahre Krippenverein Thaur, wurde am 28. Dezember 1986 ins „Alte Gericht“ eingeladen. Das Programm umrahmten eine Bläsergruppe MK Thaur, Kinderchor der VS Thaur (Ltg. Maria Lechner), die Mininger Madln und der Theaterverein Thaur mit dem eigens dafür verfassten Stück von Dr. Franz Pernlochner  „Freuet Euch“. Barbara Giner (Toggn) verfasste einen „Krippelehoangart, Franz Frech erhielt die Ehrenmitgliedschaft und das Goldene Ehrenzeichen, Dr. Franz Pernlochner und Ing. Casimir Schumacher das Goldene Ehrenzeichen, Franz Anton und Romed Speckbacher jun. das Silberne Ehrenzeichen des Krippenvereines Thaur. Der Reinerlös ging an die Pfarre Thaur (Renovierung Pfarrkirche).

 

Im Dezember 1987 stellte Franz Frech sein Buch „Thaur ein Krippendorf“ vor.  Für interessierte Leser standen 90 Exemplare zur Verfügung. Dieses Buch stellt eine wichtige Grundlage für diesen Artikel dar.

 

Neuwahl bei der Jahreshauptversammlung am 3. Jänner 1988 im Gasthof Schützenwirt (Liste). Franz Frech (Gold) und Ing. Casimir Schumacher (Silber) wurden vom Landesverband ausgezeichnet. Der überaus eifrige Walter Einkemmer wurde mit dem silbernen Ehrenzeichen für Verdienste vom KV Thaur geehrt. Er unterstützt den Obmann maßgeblich und ist auch als Krippenbergbauer sehr erfolgreich. Als leidenschaftlicher Fotograf sind auch seine Diavorträge sehr beliebt. Ein eingeforderter Krippenbaukurs wird abgelehnt und das dafür vorgesehene Geld der Schlosskrippe gewidmet. Es werden nur noch 3-4 Ortsgruppen zum Krippeleschaug´n angenommen. Die Vermarktung wird somit stark reduziert. Die Wirklichkeit schlug aber mit 20 Bussen und bedenklich viel Krippeleschaugern zu.

 

80 Jahr Feier des Vereines am 29. Dezember 1991 im Gasthof Stangl. Eine würdig Feier mit musikalischer Gestaltung und diversen Einlagen.

 

Ing. Casimir Schumacher wurde bei der Jahreshauptversammlung am 2.1.94 zum Ehrenmitglied ernannt. Seine legendären Ausflüge, sein Wirken im Verein und die Renovierung der Schlosskrippe mit seiner Gattin wurden damit gewürdigt. Ignaz Giner erhielt das silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Kirchenkrippe, Arbeit im Ausschuss und als Krippenführer. Ein neuer Krippenführer wurde wieder aufgelegt. Eine Neuwahl ergab folgendes Ergebnis (Liste).

 

An drei Abenden im Oktober 1994 wurden Kurse abgehalten. Franz Frech und Walter Einkemmer als Referenten gaben ihr Wissen im Bereich „Krippenpudel“ färben und Bäume machen an 20 Teilnehmern weiter. Der Modellbauverein Thaur stellte dafür seine Werkstatt zur Verfügung.

 

 

Die Idee einer Dorfkrippe

Am 19. Juli 1995 verstarb Ehrenmitglied Ing. Casimir Schumacher. Auf Vorschlag von Bürgermeister Ing. Josef Giner wurde dem Obmann Franz Frech der Auftrag erteilt, Angebote für eine Dorfkrippe einzuholen. Namhafte Künstler wie Paulweber, Gleinser, Eigentler, Lanthaler, Volgger und Mathilde Thurnbichler wurden dazu eingeladen, Projekte einzureichen. Das Angebot für die Schnitzarbeiten beliefen sich auf ca. 150.000,-- Schilling. Aufgrund der Kosten und der Kritik, dass ja in Thaur genug Hauskrippen die Tradition widerspiegeln, wurde dieses Vorhaben leider nicht umgesetzt.

 

Am 29. Dezember 1996 fanden im Zuge der Generalversammlung Neuwahlen statt. In den Ausschuss wurden Ing. Manfred Putz als Schriftführer und Regina Stemberger als Beirat aufgenommen (Liste).

 

Bei der Restaurierung des Hintergrundes der Pfarrkirchenkrippe 1997 in  Bruneck/ Südtirol, wurde die Originallandschaft von Andrä Leitl (ca. 1840) entdeckt. Die aktuelle Landschaft von Franz Pernlochner III. (Schandl) wurde damals praktisch über die „Leitl Landschaft“ aufgezogen. Beide Landschaften wurden restauriert. Die neuen Rahmen und Kästen hiefür wurden von einem Vereinsmitglied kostenlos gebaut. Die Materialkosten trug der Krippenverein, die Restaurierung bezahlte die Pfarre Thaur. Seither werden die beiden Hintergründe abwechselnd „aufgemacht“. Am 20. November 1997 verstarb Ehrenzeichenträger und langjähriges Ausschussmitglied Franz Anton. Ein begnadeter Krippenbergbauer und Figurenschnitzer, der fast 50 Jahre im Dienste des Krippenvereines Thaur tätig war. Am 4. Jänner 1998 starb auch Wilhelm Lechner (Schützenwirt). Als ehemaliges Ausschussmitglied, Träger des silbernen Ehrenzeichens und unermüdlicher Krippeler hat er wohl tausenden Besuchern seine Krippensammlung gezeigt.

 

Die Jahreshauptversammlungen fanden in den Folgejahren abwechselnd in den Gasthäusern von Thaur statt. Musikalisch umrahmt von den Romedi-Singer, dem Singkreis Thaur, sowie Gedichten von Christine Frech. Die jeweilige Heilige Messe wurde damals noch um 8.30 Uhr von Pfarrer Mag. Paul Haider zelebriert.

 

Am 2.1.2000 brachten die Neuwahlen folgendes Ergebnis (Liste). 79 Personen, davon 62 Mitglieder waren im Gasthof Stangl anwesend. Am Samstag, 11. März 2000 wurden jene Krippenbesitzer erstmalig in der Vereinsgeschichte zu Essen ins Foyer des Alten Gerichtes eingeladen, die ihre Krippenstuben für die Besucher öffneten. Von 87 Eingeladenen konnten 73 Personen begrüßt werden. Diese Geste der Dankbarkeit war wohl schon sehr lange fällig, und diese Idee im 3 Jahresrhythmus bis heute weitergepflogen. Küche und Keller wurden vom Verein selbst organisiert und durchgeführt. Hier wurde im Protokoll auf Schnitzel mit gemischten Salat, Schokomuse mit Himbeeren, sowie Kuchen und Kaffee hingewiesen. Ein wahrlich gelungener Gaumenschmaus mit Lichtbildern von Erich Steinlechner.

 

Im Dezember 2000 wurde erstmalig der Mitgliedsbeitrag für „Vollmitglieder“ des Landesverbandes und „Ortsmitglieder“ vorgeschrieben. Franz Frech hat hier wohl auf den spärlichen Anteil des Beitrages für die Ortsgruppen reagiert. Seine Vorreiterrolle brachte ihm harsche Kritik von Seiten des Landesverbandes ein. Später sollten noch viele Tiroler Krippenvereine diesem Beispiel folgen, da sie ebenfalls wenig Verständnis für diese Art der Aufteilung der Mitgliedsbeiträge hatten. Eine solide finanzielle Basis der Ortsvereine wurde so geschaffen. 

 

Im Jänner 2001 unternahm der Krippenverein eine Reise über Hollabrunn nach Tschechien zum Krippeleschaug´n. Eine interessante Fahrt mit schönen Eindrücken.

 

Zum 90 Jahr Jubiläum wurde am 30. Dezember 2001 eine Festversammlung abgehalten. 98 Personen, u.a. Verbandspräsident Pfarrer Werner Seifert und Landesobfrau Anni Jaglitsch folgten der Einladung. Romedi-Singer, Saitenmusik Frech, Christine Frech und Kinder der HS aus Thaur umrahmten die Feier. Auch die jahrelangen Kassenprüfer Dr. Franz Plank und Reg. Rat Willi Teix wurden im Rahmen der Veranstaltung gewürdigt.

 

Zum 30. Todestag von Romed Speckbacher sen. wurde vom Obmann die Weihnachtsbriefmarke 2002 organisiert. Als Motiv diente eine Gloriole aus den Händen des Meisters. Der Ersttag wurde im „Alten Gericht“ mit einer Briefmarkenausstellung würdig gefeiert. Für den Krippenverein und auch für Thaur eine besondere Auszeichnung. Somit ist dies neben der „Sondermarke Johann Giner d.Ä.(1983), der Palmeselprozession (??) die dritte Briefmarke, die sich auf Thaur bezieht. Dies ist wohl dem organisatorischen Talent und den guten Kontakten von Franz Frech zu verdanken.

 

Eine Ära geht zu Ende – Generationswechsel im Vorstand

Mit der Jahreshauptversammlung am 29.12.2002 im Gasthof Purner ging eine große Ära im Krippenverein Thaur zu Ende. Franz Frech beendete nach 45 jähriger Obmannschaft seine Tätigkeit im Ausschuss. Auch Hans Plank (Bartl), Ander Jäger und Ignaz Giner stellten ihre Ämter zur Verfügung. Der neue Wahlvorschlag wurde von den Mitgliedern angenommen und die Neuwahl von Pfarrer Paul Haider wie schon seit Jahrzehnten bestens durchgeführt. Als neuer Obmann wurde Martin Feichtner gewählt. Weitere Mitglieder: Christian Unsinn Obmann Stv., Markus Mayr (Kassier), Ing. Manfred Putz (Schriftführer), Regina Stemberger und Ing. Christoph Niederhauser als Beiräte. Ein großer Dank von Bürgermeister Ing. Josef Giner, sowie allen Anwesenden, ging an Franz Frech und seine Weggefährten. Das Krippeleschaug´n führte am 8. Jänner 2003 nach Tarrenz. Die Krippenführungen in Thaur wurden auf 6-8 Gruppen festgesetzt.

 

Bereits am 20. Jänner 2003 wurde beschlossen, Franz Frech mit der Ernennung zum Ehrenobmann zu würdigen. Am 22. März wurden die Krippenbesitzer ins „Alte Gericht“ eingeladen. Obmann Martin Feichtner würdigte in feierlichem Rahmen die großen Verdienste von Franz Frech und ernannte ihn, durch einstimmigen Beschluss, zum Ehrenobmann. Eine schöne Statue des Hl. Franziskus, sowie der Dank an Gattin Toni sollten ein Zeichen der großen Wertschätzung ausdrücken. Weiters wurde auch Ignaz Giner, Hans Plank und Ander Jäger in Form einer Darstellung der „Verkündigung Mariens“ herzlich gedankt. Bemerkenswert war auch, dass dieser markante Übergang auf einen fast gänzlich neuen Ausschuss so harmonisch verlief. Sicherlich durch den Krippengedanken „Gloria et pax“ getragen. Im Zuge der Veranstaltung wies der neue Obmann bereits damals auf die 100 Jahrfeier und den möglichen Landeskrippentag hin. Mit der Idee, ein Krippenlokal mit Werkstatt in der Vigilgasse errichten zu wollen, lies der Obmann aufhorchen. Dies wurde vom Ausschuss in weiterer Folge vehement vertreten und der Gemeindeführung unterbreitet.

 

Mit Fingerspitzengefühl und einer großen Portion Glück wurde das Vorhaben Krippenlokal und Werkstatt schnellstens umgesetzt. Die Gemeinde Thaur unter Bürgermeister Rainer Bachor stellte dem Verein die Räumlichkeiten in der Vigilgasse zur Verfügung. In über 1.300 Arbeitsstunden wurden Wände aufgestellt, Türen gesetzt, Fenster repariert, Böden neu gestaltet und ausgemalt. Wasserinstallation, Strom, sowie Heizung wurde neu installiert. Die gesamte Einrichtung und auch die Ausstattung mit Werkzeug aller Art wurde von den Ausschussmitgliedern „zusammengefechtet“, bzw. aus der Vereinskasse bezahlt. Die Eröffnung mit Weihe der Räumlichkeiten als „Tag der offenen Tür“ erfolgte bereits am 22./23. November selbigen Jahres. Als Ehrengäste wurden Pfarrer Mag. Paul Haider, Landesobfrau Anni Jaglitsch, die Helferinnen und Helfer, sowie die gesamte Bevölkerung eingeladen. Ein großer Wunsch ging damit in Erfüllung. Herausragend waren besonders die Arbeitsleistungen der Ausschussmitglieder, sowie der „Ausschussfrauen mit Romed“. Das Krippenlokal bietet 8-10 Werkplätze. Ein eigener Raum für Material und Bandsäge, sowie eine schöne Krippenstube stehen seit 2003 für Kurse zur Verfügung. Die Gesamtkosten konnten durch großzügige Sachspenden, Subventionen und Vereinsgelder niedrig gehalten werden. Der Dank gilt hier auch dem „alten Ausschuss“, die eine solide finanzielle Grundlage geschaffen haben. Christian Unsinn, Krippenbaumeister, führt die Baukurse mit Unterstützung von Romed und Regina Stemberger durch. Material und Werkzeug stellt der Krippenverein. Einzig ein „Schurz“ ist von den TeilnehmerInnen mitzubringen. Für die  Bewirtung der Krippenstube sorgt  Regina Stemberger.

 

Mit der Frühjahrsveranstaltung „Kultur um´s Eck“ startete der Obmann einen kulturellen Reigen für Mitglieder, um interessante religiöse und weltliche Objekte in nächster Nähe zu besuchen (Liste). Der Ausflug am 26. Oktober jeden Jahres wird gerne weitergeführt (Liste). Aufgrund des großen Andranges von Teilnehmern sind seit 2003 zwei Reisebussen notwendig.

Eine Änderung erfolgte mit der Abhaltung des Krippensonntages. Dieser wird zwar auch am Sonntag nach Weihnachten gefeiert. Die Heilige Messe aber auf 19.00 Uhr verlegt, und die Versammlung findet im Anschluss im „Alten Gericht“ statt. Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend. Zum einen konnten wir jedes Jahr über 100 Mitglieder begrüßen und zweitens setzte der Obmann erstmals in Thaur auf Schaubilder mittels „Power Point“. Auch das „Totengedenken“ wurde neu und ehrwürdig konzipiert. Da die Ausschussmitglieder nun auch den Ausschank und die Bewirtung inne haben, ist dies eine erfreuliche Situation für die Vereinskasse. Die Mitglieder werden jedes Jahr zum Essen eingeladen.  Die Heilige Messe und auch die Versammlungen werden musikalisch festlich umrahmt: Bläsergruppen der Musikkapelle Thaur, Feichtner Stubnmusig, Saitenmusik Sampt, Familie Lang, bis hin zum Tiroler Echo mit Hansi Hinterseer.

 

Der Krippenausflug am 26. Oktober 2003 führte nach Luttach ins Krippenmuseum. Die Heilige Messe zelebrierte unser Thaurer Prälat Dr. Chrysostomus Giner in der Basilika von Kloster Neustift bei Brixen. Schon am 2. Dezember fand der 1. Kurs im neuen Krippenlokal statt. „Krippenpudl“ färben war angesagt, und viele interessierte Krippeler schauten den Profis über die Schulter.

 

 

Renovierung des Berges der Pfarrkirchenkrippe

Im Frühjahr 2004 wurde unser Krippenlokal auf die Probe gestellt. Die Pfarrkirchenkrippe wurde fachkundig vom Ausschuss repariert, die Elektrik erneuert, und die Unterkonstruktion um 30cm abgesenkt. Damit konnte die Krippe perspektivisch neu aufgestellt werden, und viele Figuren kamen dadurch besser zur Geltung. Die Restaurierung des Berges wurde fachmännisch von Franz Niederhauser jun. kostenlos gefasst, ein neues „Krippentuch“ von einer Thaurer Familie spendiert. Ein Kurs „Klosterarbeiten“ wird im Mai von Frau Gabriele Hunger abgehalten. 12 TeilnehmerInnen waren begeistert. Im September 2004 begann Christian Unsinn mit seinem ersten Krippenbaukurs. Die Teilnehmerlisten waren auf Jahre hin bereits ausgebucht, sodass teilweise ein Frühjahrs- und Herbstkurs abgehalten wurden. Im Herbst fanden „Krippelehoangarte“ statt. Aufgrund mangelten Interesse verzichtete man in den Folgejahren darauf. Ist doch die Zeit im Herbst sehr arbeitsintensiv. Kassier Markus Mayr, gelernter Tischler, baute 2004 eine Holztäfelung in die Krippenstube unentgeltlich ein, das Material dafür von einem Mitglied gespendet. In einer Ausschusssitzung wurden das Thema Ehrungen neu definiert und dementsprechend Vereinsabzeichen einstimmig beschlossen. Am 11. und 12. Dezember lud der Ausschuss zur ersten Krippenausstellung ins neue Krippenlokal. Der Besuch dieser Veranstaltung war „überwältigend“.

 

Am 11. März 2005 wurde im Krippenlokal ein Kurs zum „Palmbinden“ abgehalten. Als Kursleiter konnten Giner Paul, Giner Romed (Stanis) und Plank Rudolf sen. gewonnen werden. „Kultur ums Eck“ führte uns in die Salzstadt Hall in Tirol. Da das Krippenlokal für den Besucherandrang zu klein war, wurde in die Veranstaltungsräume des Alten Gerichtes umdisponiert. Dafür wurden Schaukästen angeschafft, die unter der Leitung von Markus Mayr kostengünstigst gebaut wurden.

Auch wie schon Jahre zuvor bei der Pfarrkirchenkrippe wurde das Glas von einer Firma aus Thaur spendiert. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit und seinen vielen „Auswärtsterminen“ legte Manfred Putz das Amt des Schriftführer zurück und bat Andreas Fehr ihn zu vertreten. Manfred war seit 1996 im Ausschuss erfolgreich tätig und organisierte mit viel Eifer die Krippenausflüge. Der Obmann übernahm diese Aufgabe. Am 26. Oktober fuhren wir mit über 100 Personen nach München ins Schloss Nymphenburg und ins Bayrische Nationalmuseum. Im November 2005 stellt Obmann Martin Feichtner die neue Homepage des Krippenvereine Thaur vor. Nun sind wir auch im Internet unter www.krippenverein-thaur.at zu finden. Die Krippenausstellung fand mit den „neuen Vitrinen“ am 10. und 11. Dezember im Alten Gericht statt. Es wurden neue Krippen und Klosterarbeiten gezeigt. Der Besucherandrang war wieder riesengroß und wir konnten im Foyer unsere Gäste bestens bewirten. Die Jahreshauptversammlung fand am Stefanitag mit Neuwahlen statt. Andreas Fehr wurde als Schriftführer neu ins bestehende Team gewählt. Der Mitgliederstand hat sich wieder stark vergrößert (31 Neumitglieder). Der Krippenverein und der Partisanerbund unterstützten finanziell zwei Familien aus Pfunds, deren Häuser dem Hochwasser zum Opfer fielen. Aufgrund des neuen Vereinsgesetztes wurden die neuen Statuten vorgelegt und einstimmig beschlossen. Bürgermeister Konrad Giner gratulierte dem Ausschuss und bedankte sich für die vorbildliche Arbeit im Krippenlokal.

 

Reges Vereinsleben

Am 24. Feber 2006 luden wir 83 Krippenbesitzer in unser Krippenlokal zum Essen ein. Sehr gutes Essen und ein Film waren die Zutaten des netten Abends. Ein Dankeschön an Alle, die alljährlich den Brauch des Krippeleschaugen´s in Thaur möglich machen. Christian Unsinn absolvierte mit je 8 TeilnehmerInnen den Frühjahrs- und Herbstkurs. Der Obmann bat am 11. April den Verbandpräsidenten Erwin Bartl und Vereinsobleute von Absam, Fulpmes und Rum zur Diskussion in die Krippenstube. Vor allem die Situation der Dachverbände und die hohen Abgaben waren Thema. Eine Lösung wurde aber auch dort nicht wirklich gesucht und erzielt.  Kultur ums Eck führte uns im Frühjahr nach Innsbruck. Verschiedene Kurse im Krippenlokal fanden regen Zuspruch (Hintergrundmalkurs, Klosterarbeiten, Ranzen sticken). Der Ausflug am 26. Oktober wurde nach Sexten organisiert, da hier Sebastian Rieger (Reimmichl) tätig war. Mit großer Unterstützung des Krippenvereines fand im November eine Ginerausstellung zum 250. Todestages Johann Giner d.Ä. statt. Mit einer Reise „per Pedes“ führte uns Franz Niederhauser jun. zu verschiedenen Schaffensplätzen der Künstler aus dem Hause Giner in Thaur.

 

Im März 2007 leitete Ernst Hollenstein einen Hintergrundmalkurs. Weiters folgte auch ein Kurs Klosterarbeiten unter der Leitung von Fr. Ritzberger.  Am 26. Mai besuchten wir unter dem Motto „Kultur ums Eck“ den Trinkwasserstollen im Halltal und mit Dr. Zanesco konnten wir die Ausgrabungen in St. Magdalena besichtigen. Der Krippenbaukurs mit Christian Unsinn im Herbst war wieder voll ausgebucht. Der Ausflug am 26. Oktober wurde zweitägig organisiert und führte nach Maria Einsiedeln in die Schweiz. Das Kloster und das Diarama, die größte Krippe der Welt,  waren einzigartig. Bei der Rückfahrt wurde in Feldkirch die Schattenburg besichtigt. Die Krippenausstellung am 1. und 2. Dezember im „Alten Gericht“ war ein voller Erfolg. Krippen, Klosterarbeiten und Hintergründe wurden präsentiert. Der Besucheransturm war enorm. Im Rahmen des Krippensonntages, am 30. Dezember, wurde unser Vereinsmitglied Mag. Cons. Paul Haider, Pfarrer von Thaur, einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. 

 

Das Krippenlokal wurde 2008 mit sehr vielen Kursen belegt (Bekleidete Figuren, Klosterarbeiten, Krippenbau, Bäume und Palmen, sowie Krippenpudel). Am 26. April besuchten wir das Höttinger Bild und im Herbst ging unsere Reise nach Garmisch-Partenkirchen ins Werdenfelser Heimatmuseum und in die dortige Krippenausstellung. Am 30.9.2008 erhielten wir offiziell den Zuschlag für die Ausrichtung des Landeskrippentages 2011 in Thaur. Der Krippenführer wurde von Martin Feichtner und Andreas Fehr komplett neu gestaltet und im Dezember präsentiert. Der Krippensonntag war wieder feierlich und ca. 150 Mitglieder folgten der Einladung.

 

Bis hierher habe ich mit Egger Harri kontrolliert

Weiter geht’s mit meinen nicht verbesserten Ausführungen

Bitte genau lesen und herrichten Danke

 

Im Frühjahr 2009 erfolgte das Essen für Krippenbesitzer im Foyer des Alten Gerichtes und mit „Kultur ums Eck“ waren wir mit ca. 45 Personen im Schloss Ambras. Lechner Anton (Heister) übergab per Schenkung das Heilige Grab von „Kiechl Medele“ an den Krippenverein. Nach Reparatur und Mithilfe von Restaurator Franz Niederhauser jun. konnte dieses Kleinod bereits zu Ostern im Krippenlokal aufgestellt werden. Am 29. und 30. April durften die Ausschussmitglieder im Volkskunstmuseum Innsbruck bei der Neugestaltung der Ausstellung mithelfen, die dortigen Krippenfiguren und Botanik „aufzumachen“. Mit viel Sorgfalt kamen wir der Aufgabe gerne nach. Der Ausflug am 26. Oktober führte uns zweitägig nach Kremsmünster, Steyr und Christkindl. Der Krippenbaukurs und die Ausstellung im Alten Gericht vom 27.  bis 29. November wurden bestens organisiert und durchgeführt.  Der ORF mit Regiseur Heinz Fechner hat im November bei Barbara und Martin Feichtner das „Krippele Aufmachen“ verfilmt. Der Obmann durfte im Congress Innsbruck (Saal Tirol)  diesen Brauch dem Publikum des „Advent Singens“ (2 Abende) näher bringen.  Auch das Krippendorf Thaur wurde den ca. 1.200 Gästen präsentiert. Erstmalig brachte Ehrenmitglied Pfarrer Paul Haider das „Christkind“ während des „Rorateamtes“ am Heiligen Abend zur  Pfarrkirchenkrippe, und stellte es in den Stall. Eine liebevolle und stimmige Geste für alle Kirchenbesucher. In der Sendung „Mei lieabste Weihnachtsweis“, am Heiligen Abend nachmittags,  moderiert von Franz Posch, wurde der oben genannte Kurzfilm auch via 3-Sat in ganz Europa ausgestrahlt. Der Krippensonntag am 27. Dezember war mit ca. 160 Mitglieder so gut besucht, dass die Ausschussmitglieder sogar auf das Abendessen verzichten musste. Die Volderberger Klöpfler, mit Walter Pichler, gestalteten die Hl. Messe und den Abend. Auch hier durfte dieser Film nicht fehlen.

 

Im Jänner 2010 führte uns die Krippele Roas nach Inzing. Die Vorbereitungen für das 100 Jahr Jubiläum nahmen nun konkrete Formen an. Bereits 2008 wurde vom Obmann eine Reise ins Heilige Land vorgeschlagen und für April 2011 fixiert. Ein Bildkalender, eine Jubiläumskrippe, sowie eine Nachtwallfahrt zum Romedikirchl wurden konkretisiert. Auch die Festversammlung für Vereinsmitglieder, ein „Abend der Thaurer Vereine“, der Landeskrippentag, sowie eine große Krippenausstellung wird im Dezember 2011 den Höhepunkt bilden. All diese organisatorischen Aufgaben wurden zeitgerecht geplant und umgesetzt. Sponsorensuche und Anfragen bei verschiedenen Institutionen brachten Erfolg. Der Vorschlag des Obmannes, eine „Papierkrippe“ nach uralter Tradition zu bauen, wurde vom Ausschuss beschlossen. Als Aufstellungsort wurde die Afrakapelle vorgeschlagen. Die Familie Norz (Ulrichhof)  stimmte zu, und auch das „Heilige Grab“ hat dort seinen Bestimmungsort gefunden. Mit „Kultur ums Eck“ besuchen wir das neu konzipierte Volkskunstmuseum und die Schwarz Mander Kirche. Ein Kurs „Erzählfiguren“, geleitet von Fr. Pramhaas im Frühjahr, ein Aquarellkurs mit Fr. Gabriela Brüchert, sowie der Krippenbaukurs im Herbst, geleitet von Christian Unsinn, waren ausgebucht und sehr erfolgreich.  Weitere Vorarbeiten für das Jubiläum konnten erfolgreich umgesetzt werden. Die Finanzierung der Jubiläumskrippe wird durch eine „Bausteinaktion“ mitgetragen werden. Bei traumhaften Herbstwetter fuhren wir mit über 100 Teilnehmern des Krippenausfluges nach Schloss Tirol. Mitte November 2010 gingen die Ausschussmitglieder von Haus zu Haus, um den neuen Jubiläumskalender zu verkaufen. Der Kalender und wir wurden von der Bevölkerung positiv aufgenommen. Die Kasseprüfung im Dezember bei Familie Mayr nahm einen dramatischen Verlauf, denn Ander Jäger brach ohnmächtig zusammen und fiel ins Koma. Kassier Markus Mayr leistete sofort „Erste Hilfe“, und rettete so unserem Kassaprüfer das Leben. Der Krippensonntag, am 2. Jänner 2011 wurde feierlich gestaltet und auch die Versammlung im Alten Gericht fand rege Teilnahme. Neben den Sistranser Posaunenquartett überraschte Luis Plattner (Kass) mit seinem Weihnachtsensemble, und Schlagerstar Hansi Hinterseer sang sowohl bei der Hl. Messe, als auch im „Alten Gericht“ schöne Weisen. Pfarrer Dr. Karlinger von Saggen stellte die Israelreise vor und Franz Niederhauser jun. zeigte bereits die ersten Figuren der neuen Jubiläumskrippe.

 

Die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2011 laufen auf Hochtouren. Mitglieder des Vereines Chronos erklärten sich spontan bereit, an der Jubiläumsschrift mitzuarbeiten.  Der Krippenbaukurs wurde im März begonnen, und im Anschluss bauten die Ausschussmitglieder unter der Leitung von Christian Unsinn den Berg für die Jubiläumskrippe. Die Mitorganisation und Reiseleitung für die Fahrt ins Heilige Land oblag dem Obmann Martin Feichtner. Vom 1. bis 11. April begaben sich 42 Krippeler aus Thaur auf den Spuren Jesu. Pfarrer Dr. Adi Karlinger leitete die Reise professionell und vor allem sein Gespür als Seelsorger war spürbar. Seine Herzlichkeit, sein Wissen und das organisatorisches Talent bewunderten allen Teilnehmer. Am 29. April fand die Lichterprozession zum Romedikirchl mit ca. 180 Krippelern aus ganz Tirol statt. Eine Andacht, umrahmt von der Feichtner Stubnmusig und eine anschließende Agape, organisiert von Kassier Markus Mayr, in der Schlossruine Thaur, rundete den Abend ab. Am 14. Mai 2011 besuchten wir mit „Kultur ums Eck“ den Bergisel. Sprungschanze, das neue „Tirol Panorama (Riesenrundgemälde), sowie das Kaiserschützenmuseum waren imposant. Der Krippenausflug am 26. Oktober ging ins „Ländle“. Ca. 90 Mitglieder besichtigten das Krippenmuseum im „Gütle“ und die Rappenslochschlucht.

 

Festfolge zum Jubiläumsjahr 100 Jahre Krippenverein Thaur

 

Krippensonntag, am 27. November 2011

8.30 Uhr Krippenmesse mit Pfarrer Mag. Martin Ferner und Saitenmusik Frech.    

Einweihung der Jubiläumskrippe in der Afrakapelle

 

Festversammlung für alle Mitglieder des Krippenvereines Thaur. Leitung Obmann Martin Feichtner und musikalische Umrahmung mit der Saitenmusik Frech. Film und Bilddokumentation von Andreas Fehr.

 

Landeskrippentag des Tiroler Landeskrippenverbandes unter Obfrau Anni Jaglitsch

8.30 Uhr Festmesse mit Altbischof Dr. Reinhold Stecher, Altprälat Dr. Chrysostomus Giner, Ehrenmitglied Mag. Cons. Paul Haider, Mag. Martin Ferner, Pfarrer von Thaur, Mag. Bernhard Kopp, Kooperator. Musikalische Umrahmung: Musikkapelle Thaur unter Kapellmeister Manfred Waldner. Fahnenabordnungen des Verbandes, Krippenvereine und Vereine aus Thaur mit Übergabe der Erinnerungsbänder.

 

Festversammlung zum 96. Landeskrippentag im „Alten Gericht“ mit musikalischer Umrahmung der „Vielsaitigen“ aus Thaur und Eröffnung der Weihnachts- und Fastenkrippenausstellung im Vortragssaal und den umliegenden Krippenstuben, sowie der Schloßkrippe (bis Sonntag, 11. Dezember).

 

Abende der Thaurer Vereine, am Samstag, 10. Dezember im „Alten Gericht“ mit Krippenandacht und diverser Film und Bilddokumentationen. Musikalische Umrahmung mit Marc Hess und „Avalone“, sowie dem Theaterverein Thaur.

 

Die Veranstaltungen werden jeweils von dem Mitgliedern des Krippenvereines organisiert und bewirtet. Hier schon ein aufrichtiger Dank an alle Helferinnen und Helfer, allen Sponsoren, sowie den Krippenbesitzern und den „Gschloßelern“.

 

 

Italienreise 2013

Bericht folgt

 

 

Kastilienreise 2015

Bericht folgt

 

 

 

weitere Ereignisse

Bericht folgt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



[1]Molling: „Die Thaurer Schlosskrippe und ihre Geschichte“

[2] Buch Krippenschauen in Tirol

[3] Buch Krippenschauen in Tirol

[4] Der Krippenfreund Nr. 53, 85

[5] Der Krippenfreund Nr. 51

[6] Der Krippenfreund Nr. 111 

Inhalt

  • Beginn der Krippenbewegung
  • Geburtsstunde des Krippenvereins 
  • Neubeginn nach 2. Weltkrieg
  • Krippenkünstler anno 1960
  • 75 Jahre Krippenverein 1986
  • Krippentourismus spaltet Verein
  • Idee Dorfkrippe 1996
  • 2002 Generationswechsel
  • Reges Vereinsleben und neues Krippenlokal
  • 2011 Vereinsjubiläum 100 Jahre
  • Italienreise 2013 (in Arbeit)
  • Kastilienreise 2015 (in Arbeit)
  • weitere Berichte (in Arbeit)

 

2002

Alter und neuer Ausschuß

"Giner Wanderung" durch Thaur



Bildergalerie am Ende des Textes